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Der Einsatz des richtigen Bohrkopfs ist für die erfolgreiche Durchführung eines Projekts entscheidend

Durch die richtige Wahl des Bohrkopfs und eine sorgfältige Vorplanung werden Fehler minimal gehalten.

Sep-2010

Als sich Brian Kenkel dazu entschlossen hat, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, gab es bereits mehrere gut etablierte Auftragnehmer für unterirdische Bohrungen. Bevor er zusammen mit zwei Geschäftspartner das in Grinnell, Iowa, ansässige Unternehmen Hurk Underground gründete, hat Kenkel bereits mehrere Jahre auf dem Gebiet der Horizontalspülbohrtechnik (HDD) gearbeitet und war mit dieser Materie bestens vertraut. Da sich das junge Unternehmen in diesem hart umkämpften Geschäftsumfeld noch keinen etablierten Ruf aufgebaut hat, lag nach Ansicht Kenkels der Schlüssel zum Erfolg im Finden und Füllen einer Marktnische.

„Wir haben uns zunächst auf Spezialarbeiten konzentriert, die andere HDD-Auftragnehmer nicht durchführten, wie z. B. das Ausräumen von Abzugskanälen, Drainagearbeiten und ähnliches. Außerdem verwenden wir einige HDD-Verfahren, die andere Auftragnehmern nicht einsetzen, wodurch wir gleich zu Beginn einen Vorteil hatten. Ursprünglich haben wir uns auf die Eisenbahnen konzentriert und von da an ging es mit unserem Unternehmen bergauf.“

Anfangs verwendete das Unternehmens zur Durchführung der meisten Projekte einen Lkw, eine Bohrmaschine und einen Mietbagger. Seither konnte sich Hurk Underground ein stetiges Wachstum verzeichnet. Heute beschäftig das Unternehmen sieben Vollzeitmitarbeiter und besitzt drei Bohrmaschinen, drei Minibagger, neun Lkw und mehrere ASV-Maschinen. Außerdem hat es die Rohrrammung in sein Dienstleistungsangebot aufgenommen. Kenkel führt den frühen Erfolg des Unternehmens auf Beharrlichkeit, Ausdauer und eine gewisse Sturheit zurück.  

„Wir gingen immer wieder von Tür zu Tür, bis uns jemand einen Auftrag erteilte“, erklärte Kenkel. „Wir haben hauptsächlich bei den Verkehrsministerien und bei Eisenbahngesellschaften vorgesprochen und ihnen unser Dienstleistungsangebot vorgestellt bzw. unsere Fähigkeiten demonstriert. Das war am Anfang ziemlich frustrierend. Während der ersten Treffen zeigte man sich ziemlich skeptisch, ob wir unsere angebotenen Dienstleistungen auch tatsächlich umsetzen konnten. Schließlich gaben uns einige Leute eine Chance—wohl weniger aus Überzeugung, dass wir die Aufgabe erledigen könnten, sondern weil sie es einfach leid waren, dass wir ständig bei ihnen vorsprachen! Nachdem wir sie vom Gegenteil überzeugen konnten, hatten wir plötzlich jede Menge Arbeit.“

Kenkel Sturheit und Nischenansatz hat sich gelohnt. Heute führt Hurk Underground Projekte landesweit durch. Vor Kurzem hat das Unternehmen eine komplizierte und herausfordernde Arbeit an einer der Hauptstrecken der Burlington Northern Eisenbahn in der Nähe von Pleasant Dale, Nebraska, abgeschlossen.

Aus einer an einem nahe gelegenen Hang befindlichen Quelle tröpfelte ständig Wasser in einen Graben entlang der Schienen. Die anhaltende Feuchtigkeit verursachte das ganze Jahr über für aufgeweichtes Erdreich, was Geschwindigkeitsbegrenzungen (slow orders) und ständig nasse Schienen zur Folge hatte. (Der Begriff „Slow order“ weist daraufhin, dass der Zustand des Gleises beeinträchtig ist und Züge beim Fahren dieses Streckenabschnitts die Geschwindigkeit reduzieren müssen.) Burlington Northern beauftragte Hurk Underground mit der Behebung des Problems und das Unternehmen setzte dazu seine patentierte Bohrtechnologie mit „Kapillarwirkung“ ein.

Bei diesem Verfahren wird ein gewelltes Entwässerungsrohr in den Boden eingezogen und das Wasser buchstäblich kapillar in das Rohr angesaugt wird. Kenkels Mannschaft bohrte 73 Bohrungen von jeweils ca. 53 m Länge in ein knapp ein Kilometer langes Altrohr, um den kontinuierlichen Fluss des Quellwasser abzulassen. Neben einem DCI Eclipse Ortungsgerät wählte Kenkel Bohrköpfe der Vermeer Corporation aus Pella, Iowa.

Kenkel setzte das von EarthTool Company entwickelte und von Vermeer vertriebene patentierte SplineLok® Stecksystem für Bohrköpfe ein. Laut Kenkel waren für dieses Projekt über 70 Bohrungen in nassen, schlammigen Bedingungen erforderlich. „Der Aufweitkopf war die meiste Zeit unter Wasser, was das Ein- und Ausschalten weiter erschwerte. Aus Sicherheitsgründen und zur Erleichterung der Arbeit wurde das SplineLok-System verwendet, mit dem die Bohrköpfe einfach ausgewechselt werden konnten. Dank der Verwendung des SplineLok-Systems wurde keine einzige Verbindung beschädigt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Gewinden wird mit diesem System eine sehr sauber Verbindung ermöglicht.“

Tipps für den Kauf von Bohrköpfen
Wenn es um das Treffen von Kaufentscheidungen bei Bohrköpfen geht, zieht Kenkel drei Hauptfaktoren in Betracht.

„Zuverlässigkeit steht bei der Kaufentscheidung an aller erster Stelle“, erklärt Kenkel, „Zuverlässige Bohrköpfe sind für die erfolgreiche Ausführung eines Projekt von entscheidender Bedeutung. Das Auswechseln eines beschädigten Bohrkopfs ist mit hohen Kosten verbunden. Neben den Reparatur- bzw. Anschaffungskosten für den neuen Bohrkopf fallen auch noch die Kosten für den Stillstand der Bohranlage an. Bricht das Bohrwerkzeug an einer Stelle, an der es nicht herausgezogen werden kann, verursacht das mitunter große Probleme und an der Stelle kann nicht erneut gebohrt werden. Oftmals haben wir nur einen Bohrversuch.“

Die Konstruktion des Bohrkopfs stellt einen weiteren wichtigen Faktor dar. Entwicklung und Konstruktion, das Herstellungsverfahren und die Qualität der Rohmaterialien sind wichtige Überlegungen.

„Darüber hinaus berücksichtigen wir auch Loyalität und Flexibilität“, fährt Kenkel fort. „Wenn wir einen mit einem Lieferanten gut zusammenarbeiten, der unser Geschäft versteht und sich entgegenkommen zeigt, sind wir ihm gegenüber loyal. Wir sehen in Vermeer mehr als nur einen Lieferanten. Das Unternehmen hat wiederholt für uns Bohrköpfe gefertigt, die unsere speziellen Spezifikationen erfüllen. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie einmal nicht in der Lage waren, einen Bohrkopf für uns zu bauen.“

Rohmaterialien und handwerkliches Können gewährleisten eine lange Lebenszeit des Bohrkopfs
Die Bohrkopflebensdauer hängt von der Qualität der verwendeten Materialien und der bei der Herstellung angewandten Konstruktionsverfahren ab. Die Herstellungsverfahren können sehr unterschiedlich sein. Außerdem kann die Qualität des Hartmetalls und der Rohmaterialien, die für andere Bohrkopfkomponenten wie Schneidzähne usw. verwendet wurden, variieren.
Ein Bohrkopf ist nur so stark wie die Materialien, aus denen er hergestellt ist, und wie sein Fertigungsverfahren. Die Bauart ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Je besser der Guss, desto stärker ist der Bohrkopf und je besser seine Konstruktion, desto länger die Lebensdauer.

Reibung ist der Hauptgrund für Verschleiß, weswegen die Genauigkeit bei der Positionierung der Schneidzähne sehr wichtig. Schon die geringste Abweichung bei der Positionierung kann zu einer ineffizienten Schneidleistung und erhöhtem Bohrkopfverschleiß führen, wohingegen eine genaue Auslegung der Zähne die Lebensdauer des Bohrkopfs wesentliche verlängert.

Laut Chris Fontana, Leiter des Vermeer Cutting Edge Geschäftssegments, ist die richtige Bohrkopfwahl für die erfolgreiche Fertigstellung einer Bohrung entscheidend. Fontana ist der Auffassung, dass jedem Projekt die sorgfältige und gewissenhafte Entwicklung eines Plans vorausgeht. Dazu gehören Kenntnisse über das Gelände, die Bodenbeschaffenheiten und ein gutes Verständnis darüber, welcher Bohrkopf für die jeweils vorherrschenden Bedingungen am besten geeignet ist.

„Manche Bodenbeschaffenheiten bieten günstigere Bohrbedingungen als andere“, erklärt Fontana. „Allerdings ist in spezifischem und unebenem Gelände, wie z. B. in verdichtetem Lehmboden, Geröll und bestimmten Gesteinsarten, die Wahl des richtigen Bohrkopf für den Erfolg und Misserfolg der Bohrung entscheidend. Je mehr Kenntnisse der Auftragnehmer über die vorherrschenden Gegebenheiten hat, desto wahrscheinlicher kann die Bohrung erfolgreich und auf die effizientestes Art und Weise durchgeführt werden.

„Führen Sie möglichst viele Gespräche mit Leuten, die Erfahrung mit dem Boden haben und mit der Topografie der Region vertraut sind“, erklärt Fontana. „Es gibt eine große Auswahl an Bohrköpfen und Erfahrung spielt bei diesem Prozess eine große Rolle. Die unterschiedlichen Arten von Aufweitköpfen sind speziell für bestimmte Bedingungen konzipiert. Vermeer empfiehlt allen Auftragnehmern vor dem Kauf von Bohrköpfen die Durchführung einer vollständige Kosten-Nutzen-Analyse, damit sie keinen unnötigen bzw. einen für die Arbeit ungeeigneten Bohrkopf kaufen.“