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Anleitung zur Wahl eines geeigneten Häckslers oder Zerkleinerers für Ihre Rodungsprojekte

So finden Sie die richtige Maschine für Ihr Unternehmen

Sep-2010

Rodungsarbeiten sind ein lukratives Geschäft und die entsprechenden Maschinen sind für eine effiziente Verarbeitung der Holzabfälle unbedingt erforderlich. In den meisten Fällen ist das Zeitfenster zum Beseitigen von Bäumen, Gestrüpp und Unterholz vor Baubeginn relativ kurz.

Für die Produktivitätssteigerung ist die Wahl der richtigen Maschinen sehr wichtig. Deshalb steht ein breites Sortiment an Großhäckslern sowie Horizontalzerkleinerern und Recyclern mit hohen Volumenraten zur Verfügung. Jede dieser Maschinen hat je nach Art der Arbeit ihre spezifischen Vorteile und Grenzen.
Zwei Hauptkriterien sind bei der Wahl der richtigen Maschine für Rodungsprojekte oftmals entscheidend: Mobilität und Produktivität (wobei das erste Kriterium normalerweise das letztere beeinflusst). Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist die Größe des zu räumenden Gebiets.

Häcksler wurden seit jeher bei Baumpflegeprojekten verwendet. Mittlerweile haben größere Modelle auf dem Markt für Rodungsarbeiten Einzug gehalten. Wenn beispielsweise die Fläche des zu räumenden Landes kleiner als 2 Hektar ist, eignet sich besser ein großer anhängermontierter oder ein selbstfahrender Häcksler. Die größeren Häcksler können Material mit einem Durchmesser von bis zu 53 cm verarbeiten und erfüllen somit die meisten Rodungsanforderungen.

Umfasst der Großteil der Rodungsarbeiten Flächen von 2 Hektar oder mehr, ist eventuell ein Horizontalzerkleinerer oder Recycler die richtige Wahl, weil diese Maschinen große Materialmengen in kürzerer Zeit zerkleinern können. Wenn an einem Einsatzort mehrere Schutthaufen vorhanden sind, kann sich eine Maschine mit Eigenantrieb und Raupenlaufwerken als äußerst effizient erweisen.

Die Wahl des richtigen Häckslers
Laut Mark Rieckhoff, Environmental Sales Manager von Vermeer, sollte man einen Häcksler kaufen, der mindestens 80 bis 90 Prozent des anfallenden Baum- und Gebüschschnittes effektiv zerkleinern kann.

„Wenn beispielsweise ein Rodungsunternehmen Materialdurchmesser zwischen 41 und 51 cm erwartet, dann wäre ein Häcksler mit einer Kapazität von 53 cm ausreichend“, erklärt Rieckhoff.

Häcksler werden als anhängermontierte und selbstfahrende Modelle angeboten. Anhängermontierte Häcksler bieten viele derselben Vorteile wie selbstfahrende Häcksler. Allerdings bieten selbstfahrende Häcksler gerade bei Rodungsarbeiten einzigartige Vorteile, die zur Reduzierung der Arbeitskosten und Steigerung der Produktivität am Einsatzort beitragen.

Für einen Auftrag zum Beseitigen von Bäumen und Gestrüpp von einem 0,4 bis 2 Hektar großen Bauland eignet sich zum Beispiel ein selbstfahrender Raupenhäcksler, mit dem bis zur hinteren Grenze des Grundstücks gefahren und die Bäume in einem Durchgang gerodet werden können. Die Bäume müssen vor dem Transport zum anhängermontierten Häcksler nicht mehr in kleinere, leichter zu handhabende Stücke geschnitten werden, wodurch die Sägeschnitte und der Arbeitsaufwand reduziert werden. In manchen Fällen möchte der Auftragnehmern die anfallende Holzspäne zur Erosionskontrolle gleichmäßig auf dem Grundstück verteilen oder auf einem Haufen zusammentragen, um diese nach der Bebauung als Mulch zu verwenden.

Obwohl Raupenhäcksler durchaus ihre Vorteile haben, müssen Auftragnehmer ernsthaft überlegen, wie sich diese Maschinen in ihren Finanz- und Geschäftplan insgesamt einfügen lassen. Mit einem selbstfahrenden Raupenhäcksler sind Auftragnehmer in der Lage, in den Markt für die Räumung von Unterholz oder Versorgungsleitungen vorzustoßen.

„Der Hauptvorteil eines selbstfahrenden Raupenhäckslers liegt in seiner Praktikabilität, allerdings sind die Einstiegskosten höher als bei einem anhängermontierten Häcksler“, erklärt Rieckhoff. „Auftragnehmer müssen sich vorab genau überlegen, wie häufig sie den Raupenhäcksler einsetzen werden und ob er ihnen neue Märkte erschließen und einen finanziellen Nutzen verschaffen kann.“

Beim Kauf eines Raupenhäckslers ist es wichtig, eine Maschine mit entsprechender Zugkraft zu wählen. Die Maschine sollte über ein ausreichendes Raupenantriebsdrehmoment und eine Kraft verfügen, um sich alleine fortzubewegen und muss auch bei nassen Bedingungen einen Hang hinauf- oder hinabfahren können.

Achten Sie außerdem darauf, dass alle Häckslerfunktionen unabhängig voneinander betätigt werden können. Sie müssen in der Lage sein, das Raupenlaufwerk ohne den Betrieb der Schneidtrommel zu bedienen und Sie müssen die Einzugswalzen in Betrieb nehmen können, ohne dabei die Raupenlaufwerke zu aktivieren.

Rieckhoff warnt Käufer, dass die allgemeinen Funktionen und die Qualität des Häckslers nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

„Treffen Sie Ihre Kaufentscheidung nicht allein auf Basis der Raupenlaufwerke“, erklärt Rieckhoff. „Auftragnehmer sollten für eine gute Zugkraft keine Abstriche bei der Leistung und Zuverlässigkeit des Häckslers machen. Die Maschine muss über eine gute Kombination aus Zugkraft, Leistung und Erprobung im Einsatz verfügen.

Recycler im Vergleich zu Horizontalzerkleinerern
Bei der Durchführung von Rodungsprojekten kommen in der Regel zwei gängige Arten von Zerkleinerern — Recycler und Horizontalzerkleinerer — zum Einsatz. Es gibt allerdings eine gute Methode für die Wahl der optimalen Maschine.

„Zerkleinerer erzielen ihre optimale Leistung, wenn sie unter Bedingungen und für Anwendungen eingesetzt werden, die ihren Fähigkeiten entsprechen“, erklärt Rieckhoff. „Recycler erzielen im Allgemeinen bei schweren Materialien mit großem Durchmesser, wie z. B. Baumstümpfen und Wurzelballen, eine bessere Leistung. Falls hauptsächlich längeres Rohmaterial zerkleinert werden soll, ist eventuell ein Horizontalzerkleinerer die optimale Wahl.

Laut Rieckhoff wird oft angenommen, dass Recycler in allen Situationen über eine höhere Produktionsrate verfügen. Doch Horizontalzerkleinerer önnen in Bezug auf die Zerkleinerung von längerem, buschigerem Material, das besonders bei Rodungsarbeiten anfällt, einen entscheidenden Vorteil bieten.

„Ein Hauptgrund dafür ist die begrenzte Trichtertiefe, welche bei langem Material und langen Ästen die Zufuhr erschweren kann. Horizontalzerkleinerer sind mit einem langen Einzugstisch und einem Förderband ausgestattet, die das Material in den Zerkleinerer ziehen und dabei die zuweilen mühsame Platzierung und Handhabung des Materials vermeiden“, erklärt er.

Außerdem können für Horizontalzerkleinerer kleinere Ladehilfsmittel verwendet werden, da sie über eine geringere Einzugshöhe als Recycler verfügen. Das könnte je nach den verwendeten Hilfsgeräten ein entscheidender Faktor sein.

Recycler und Horizontalzerkleinerer sind mit maschinenspezifischen Optionen ausgestattet. So bietet Vermeer beispielsweise Horizontalzerkleinerer mit Raupenlaufwerken und herkömmliche anhängermontierte Modelle an.

„Anstatt die Maschine über kurze Strecken abzuschleppen, kann sie vom Bediener auch in Bereiche gefahren werden, für die ein Abschleppen nicht in Frage kommen würde.“

Demgegenüber sind Vermeer Recycler mit und ohne Lader erhältlich.

So sorgt beispielsweise ein am Recycler montierter Schalengreiferlader für eine optimale Sicht auf den Trichter. Die Laderkabine bietet eine bessere Sicht auf die Trichteröffnung und ermöglicht eine effizientere Materialzufuhr. Außerdem machen abgeschlossene Lader den Einsatz zusätzlicher Maschinen überflüssig, z. B. eine Ladevorrichtung und den zu ihrem Transport benötigten Anhänger.

Maschinen ohne Lader werden häufig an Baustellen verwendet, an der eine Flotte von Mehrzweckverlademaschinen im Einsatz ist. Für einige Recycler ohne Lader sind mehrere zusätzliche Ladegeräte erforderlich, um der Leistung der Maschine gerecht zu werden.

Wie bei jeder Maschinen erhöht eine ordnungsgemäße vorbeugende Wartung die Langlebigkeit und Produktivität des Zerkleinerers. Hämmer, Zähne, Hammerstiele, Anschläge und Siebe sind Verschleißteile. Aufgrund des hohen Zeitaufwands haben einige Eigentümer in der Vergangenheit die regelmäßige Wartung von Zähnen und Hämmern vernachlässigt. Vermeer hat das Problem erkannt und darauf mit der Einführung des patentierten Doppeltrommelsystems für Recycler und Horizontalzerkleinerer reagiert. Mithilfe dieses System kann jeder Hammer innerhalb weniger Minuten ausgewechselt werden, ohne dabei einen der anderen Hämmer entfernen zu müssen. Das System erhöht die Effizienz der Vermeer Trommeln im Vergleich zu den herkömmlichen „Bolzenplatten“-Trommeln, die bisher den Markt beherrscht haben.

Auf dem Markt sind Zerkleinerer mit einer Leistung von 76 kW bis 1193 kW erhältlich. Zwei Punkte müssen bei der Wahl der richtigen Größe beachtet werden: die Menge und Größe des zu verarbeitenden Materials sowie der Mobilitätsbedarf.

Sicherheitsüberlegungen hinsichtlich des Einsatzortes
Angesichts der stetigen Ausbreitung von kommunalen Gemeinschaften finden Rodungsprojekte häufig in der Nähe von etablierten Gewerbe- und Wohngebieten statt. Aus diesem Grund rät Rieckhoff Auftragnehmern, bei der Wahl eines Häckslers oder Zerkleinerers auch deren Sicherheitseinrichtungen zu berücksichtigen.

Die Funkfernsteuerung ist eine Funktion, die für große Häcksler und Zerkleinerer angeboten wird. Mithilfe der Fernsteuerung kann die Maschine von der Kabine des für die Zufuhr verwendeten Laders oder vom Boden aus bedient werden.

Es könnte durchaus angeführt werden, dass die Sicherheitseinrichtungen eines Häckslers zunehmend wichtiger sind als dessen Größe oder Leistung. Längere Einzugstische sorgen für einen größeren Abstand zwischen den Schneidmessern und den Bedienern. Zu den innovativen Neuentwicklungen gehören ein optimierter oberer Einzugssteuerbügel mit zusätzlicher Notstoppposition sowie ein patentierter unterer Einzugsstoppbügel, der strategisch optimal am Ende des Einzugstisch angebracht ist. Er kann dadurch leicht mit dem Bein des Maschinenbedieners betätigt werden – ob absichtlich oder infolge einer automatischen Reaktion – und die Einzugswalzen in einem Notfall sofort stoppen.

In den vergangenen Jahren hat Vermeer Recycler und Horizontalzerkleinerer entwickelt, die auch unter beengten Platzverhältnissen eingesetzt werden können. So sind die neuen Recycler u. a. mit einem patentiertem Schutzsystem für die Gefahrenzone (Thrown Object Restraint System, TORS) und die Horizontalzerkleinerer mit einem Abweisblech für herausgeschleuderte Objekte (TOD-System) versehen, welches die Menge und Entfernung des geschleuderten Materials reduziert. Dadurch können die Maschinen auch in kleineren, beengten Bereichen betrieben werden.

Lassen Sie sich beraten
Nach Ansicht Rieckhoffs ist eine sorgfältige Beurteilung aller auf dem Markt angebotenen Marken, Modelle, Größen und Maschinenoptionen für Käufer das A und O.

„Kunden haben heute mehr denn je die Möglichkeit einen Häcksler oder Zerkleinerer zu finden, der auf die individuellen Anforderungen ihres Unternehmens und das Arbeitsumfeld ausgerichtet ist, für das zu zerkleinernde oder zu fräsende Material geeignet ist und die geforderte Leistung erbringt“ erklärt Rieckhoff. „Die umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten seitens der Hersteller können Käufern viele Vorteile bringen und sollten von diesen voll genutzt werden.“

Letztendlich sollten Auftragnehmer eine Maschine kaufen, die einen geschäftlichen Mehrwert schafft. Deshalb rät Rieckhoff allen Auftragnehmern, sich bei der Suchen nach einem renommierten Hersteller von Qualitätsprodukten von den fachkundigen Vertriebsmitarbeitern und der Serviceabteilung der Händler helfen zu lassen. „Diese Personen helfen Ihnen, die für Ihre Unternehmen richtige Entscheidung zu treffen“, erklärt er.

Nachdem ein Käufer die wichtigen Punkte festgelegt und priorisiert hat, fällt die Entscheidung für die Wahl eines Häckslers oder Zerkleinerers zur Durchführung von Rodungsarbeiten wesentlich leichter.